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08: Die AU als Akteur im Nexus

4 Zusammenfassung

Zusammenfassung, Quellen und weiterführende Literatur

Ziel der AU ist es, bis 2028 eine Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft zu etablieren, die durch die Freizügigkeit von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen geprägt ist. Migration wird als wichtiges Tool für kontinentale Integration und Entwicklung angesehen. Die AU regt daher die regionalen Wirtschaftsorganisationen dazu an, Hindernisse bei der Freizügigkeit von Menschen zu beseitigen. Im südlichen Afrika ist die regionale Wirtschaftsorganisation SADC bisher daran gescheitert, ein gemeinsames Protokoll zu Migration zu verabschieden. Eine Ursache hierfür ist, dass Migration in einzelnen Mitgliedsstaaten verstärkt unter einem Sicherheitsaspekt betrachtet wird. Dies gilt vor allem für Südafrika, wo Migration aus afrikanischen Nachbarstaaten als unerwünscht gilt, was sich in diskriminierenden und ausgrenzenden Praktiken gegenüber Migrant*innen äußert. Von staatlicher Seite wird vermehrt das Bild einer „Festung Südafrika“ gezeichnet, die es vor einer „Flut“ an Migrant*innen zu beschützen gilt.
 
Die Interpretation von Migration unter sicherheitspolitischen Aspekten gepaart mit einer Bilateralisierung des Migrationsregimes im südlichen Afrika hemmt Fortschritte bei der regionalen und damit auch bei der kontinentalen Integration. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, ist es nun von Relevanz, den Diskurs in Südafrika, aber auch in anderen Staaten, die einer Sicherheitslogik in ihrer Migrationspolitik folgen, zu ändern und die Vorteile von Migration hervorzuheben. Es ist davon auszugehen, dass alle Staaten ein Interesse daran haben, dass das regionale und kontinentale Integrationsprojekt gelingt. Es ist daher eine wichtige, aber nicht unmögliche Aufgabe, Zivilgesellschaft und Entscheidungsträger*innen davon zu überzeugen, dass Migration keine Gefahr darstellt, sondern eine Chance für das Wohlergehen und die wirtschaftliche Entwicklung im Aufnahmeland sowie der gesamten Region ist.

Weiterführende Literatur / Links

 Beitrag zur Entwicklung von Xenophobie in Südafrika d. Heinrich Böll Stiftung:
 [08.07.2018]

 Artikel zur afrikanischen Binnenmigration v. der ZEIT (Christiane Grefe):
[08.07.2018]

Empfehlung v. Herrn Dr. Nshimbi:
Moyo, Dambisa (2010): Dead Aid. Why aid is not working and how there is another way for Africa. Berlin: Haffmans & Tolkemitt.

 SADC Protocol on Facilitation of Movement of Persons
 [08.07.2018]

Interesse geweckt?

Dieses Modul war der letzte thematische Abschnitt des Verbundprojektes "Security-Development-Migration-Nexus". Im folgenden Modul finden Sie die Zusammenfassung des gesamten Seminars.

Beteiligte Personen an diesem e-Learning Modul

Erstellung e-Learning-Modul:
Josefine Morgan und Rimgaile Vaidelyte (Uni Freiburg)

Peer für das e-Learning Modul:
Christopher Hoegen und Lorena Spitzmüller (Uni Freiburg)

Dossier:
Kemir Colic (Uni Hamburg), Christian Hader (Uni Marburg), Eric Richter (uni Düsseldorf), Nils Richterich (Uni Frankfurt) und Anna Spaulding (Uni Tübingen)

Analyse:
Yanessa Baptista da Costa (Uni Düsseldorf), Kathrin Rizert (Uni Mainz), Tom Neugebauer (Uni Marburg) und Louiza Charalambous (Uni Tübingen)

ExpertInnen-Vortrag:
Dr. Toni Haastrup, Prof. Dr. Christof Hartmann und Dr. Christopher Nshimibi

Video der Studierenden:
Annekatrin Reck, Dilara Schultheis und Anja Strauß (Uni Frankfurt)

Literatur- und Quellenverzeichnis

ACHARYA, Amitav (2012): Comparative regionalism. A field whose time has come. In: International Spectator 47 (1)

ECDPM, (2016): Why do we need the African Union?, URL: https://ecdpm.org/wp-content/uploads/Why-Do-We-Need-African-Union-Report.pdf, S. 7,Zugriff am 23.06.2018
GOVINN (2014): Christopher Nshimibi. Abrufbar unter: http://governanceinnovation.org/chris-nshimbi [Zugriff: 13.08.2018].

GROVE, Natalie J. & Zwi, Anthony B. (2006): Our health and theirs: forced migration, othering, and public health. In: Social Science and Medicine 62(8), S. 1931–1942. S. 1933.

KOSCHUT, Simon (2017): Einleitung. In: Koschut, Simon (Hrsg.): Regionen und Regionalismus in der Internationalen Beziehungen. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS

MATTHEIS, Frank (2017): Afrika. In: Koschut, Simon (Hrsg.): Regionen und Regionalismus in der Internationalen Beziehungen. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS, S. 145-160.

MERCANDILLI, Sara & Nshimbi, Christopher Changwe (2016): Migration Dynamics: Contrasted Patterns, Diversity and Potential. In: Pesche, D., Losch, B. & Ibernon, J. (Hrsg.): A New Emerging Rural World - An Overview of Rural Change in Africa, (2. Auflage), S. 23.

MOYO, Inocent & Nshimbi, Christopher Changwe (2017): Of Borders and Fortresses: Attitudes Towards Immigrants from the SADC Region in South Africa as a Critical Factor in the Integration of Southern Africa. In: Journal of Borderlands Studies. Abrufbar unter: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/08865655.2017.1402198 [Zugriff: 10.07.2018], S. 2

MOYO, Inocent, Nshimbi, Christopher Changwe & Gumbo, Trynos (2018): Migration, Logics of Inclusion and Exclusion and Xenophobia: The Case of African Migrants in Post-apartheid South Africa. In Magidimisha H., Khalema N., Chipungu L., Chirimambowa T., & Chimedza T. (Hrsg): Crisis, Identity and Migration in Post-Colonial Southern Africa. Advances in African Economic, Social and Political Development. Cham: Springer, S. 91-110. S. 91.

NECOMAS, Michael (2010): From ‘Foreign Natives’ to ‘Native Foreigners’ Explaining Xenophobia in Post-apartheid South Africa, Citizenship and Nationalism, Identity and Politics. Dakar: CODESRIA. S. 125.

NSHIMBI, Christopher Changwe (2018): The Security-Migration-Development Nexus: Migration in Africa. Vortrag und anschließende Diskussion im Rahmen des standortübergreifenden Ringseminars Security-Migration-Development Nexus. Online First [Zugriff 10.07.2018]:

SEF, (2016): Regionale Migrationspolitik auf dem afrikanischen Kontinent. Aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven, Stiftung Entwicklung und Frieden, Bonn, Deutschland

VORRATH, Judith (2013): Wo steht die Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur? Bilanz und Herausforderungen. In: Sicherheit und Frieden 31 (1)



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