Programm
Reiter
Hier finden Sie das Programm für das EPS 2026. Bitte beachten Sie, dass sich aus organisatorischen Gründen ggf. noch Änderungen ergeben können.
Dienstag, 19. Mai 2026
10:00 Uhr
Programm für Frühanreisende
Führung durchs Freiburger Uniseum mit Themenschwerpunkt Prüfungen und Besichtigung der Karzer
12:00 Uhr
Peterhofkeller
Mittagsimbiss
13:00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Michael Schwarze, Prorektor für Studium und Lehre
13:30 Uhr
Keynote
"Zukunftssichere Abschlussarbeiten in Zeiten immer weitreichenderer KI-Tools"
Prof. Dr. Henner Gimpel
Prof. Dr. Henner Gimpel ist Wirtschaftsinformatiker, Leiter des Fachgebiets Digitales Management und Leiter des Studiengangs Digital Business Management der Universität Hohenheim. Er ist Mitglied des Fraunhofer FIT, Direktor am FIM Forschungsinstitut für Informationsmanagement und akademischer Leiter der Digital Leadership Academy. In seiner Forschung und Lehre befasst er sich mit künstlicher und hybrider Intelligenz, KI-Kompetenz und verantwortungsvoller KI-Nutzung.

Textgenerierung, KI-gestützte Literaturrecherche und automatische Analyse von Daten – was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute schon Realität. Mit wenigen Prompts lassen sich komplette Abschlussarbeiten entwerfen, strukturieren und sprachlich überarbeiten. In Zukunft wird generative KI ganze Seminar-, Haus- und Abschlussarbeiten auf Knopfdruck schreiben können. Diese Entwicklungen stellen bewährte unüberwachte schriftliche Prüfungsformate infrage und werfen grundsätzliche Fragen auf: Welche Kompetenzen sollen schriftliche Arbeiten künftig prüfen? Was gilt es im Umgang mit KI zu fördern und was zu bewerten? Wie können wir diese Bewertung vornehmen? Der Vortrag liefert Impulse für mögliche Antworten auf diese Fragen.
14:30 Uhr
Kaffeepause
15:00 Uhr
Peterhofkeller
Lightning Talks
Erfahrungsbericht zu Erstellung von Prüfungsfragen mit Hilfe von KI an der WU Wien
Florian Mosböck
Wirtschaftsuniversität Wien
Im Sommersemester 2025 wurde an der WU eine Testphase zur Nutzung von KI-Tools für die Erstellung von Prüfungsfragen durchgeführt. Dabei wurden der WU-interne Chatbot „Scio“ und das auf die Erstellung von Fragen spezialisierte kommerzielle Tool „Questionwell“ verglichen. In zwei Feedbackrunden sowie einer abschließenden anonymen Umfrage zeigte sich ein klares Ergebnis: Die Teilnehmenden bevorzugten Scio, da sie mit der KI im Dialog Fragen entwickeln und weiter verfeinern konnten. Aufgrund der Erkenntnisse der Feedbackrunden und Umfrage wurde im Wintersemester 2025/26 ein Folgeprojekt gestartet. Im Rahmen des Projekts wird ein neues KI-Tool entwickelt, welches die Stärken beider Systeme – den interaktiven Ansatz von Scio und die fokussierte Fragenspezialisierung von Questionwell – miteinander verbindet.
Elektronische Prüfungen im Zeitalter von KI: Rückbesinnung oder Neuausrichtung?
Dr. Martin Franzen
Hochschule Aalen, Digital Learning Team
Die Hochschule Aalen zählt mit über 100.000 durchgeführten Einzelprüfungen zu den führenden Hochschulen in Baden-Württemberg im Bereich elektronischer Prüfungen mit BYOD-Ansatz. Grundlage hierfür ist der Einsatz der schwedischen E-Assessment-Lösung Digiexam, die sowohl DSGVO- als auch landeshochschulgesetzkonform eingesetzt wird. Der Beitrag gibt einen kompakten Überblick über die bisherigen Erfahrungen mit elektronischen Prüfungen und richtet den Fokus anschließend auf den wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Prüfungsformate. Diskutiert werden u. a. eine stärkere Gewichtung mündlicher Prüfungen und Kolloquien sowie die Frage, ob KI zu einer Rückbesinnung auf dialogische Prüfungsformate führt oder neue Formen der Leistungsbewertung entstehen lässt. Der Beitrag versteht sich ausdrücklich als Impuls zum Austausch.
Nachweis von Täuschungsversuchen bei E-Klausuren mit ILIAS
Stefan Bäcker, Andreas Kämper
Universität Koblenz, Zentrum für Informations- und Medientechnologien (ZIMT)
Bei einer elektronischen Klausur (E-Klausur) mit ILIAS 8.21 gab es den Verdacht auf einen Täuschungsversuch durch Zusammenarbeit. Aus den ILIAS-Logfiles haben wir Zeitreihen der Wechsel zwischen den Fragen generiert und visualisiert, wann die verdächtigten Prüflinge gleichzeitig in der gleichen Frage waren. Die Aufzeichnungen der Bildschirme der fraglichen Computer haben wir zeitsynchron in ein einzelnes Video nebeneinander geschnitten. Diesen Zusammenschnitt haben wir dann in den Zeiträumen aus der Zeitreihenanalyse betrachtet. Dabei konnten wir zwei Arten von vollendeten Täuschungen nachweisen: Fragen, bei denen die Prüflinge zeitgleich die gleichen Eingaben vorgenommen haben und Fragen, bei denen sie wechselseitig voneinander abgeschrieben haben. Im Ausblick diskutieren wir über die Möglichkeit einer möglichst vollständig automatischen Erkennung von Täuschungen bei E-Klausuren.
Untersuchung der Lösbarkeit von Technische-Mechanik-Aufgaben aus Dynexite mittels verschiedener LLMs und Prompts und Empfehlungen für die Aufgabenstellung
Annalena Bode, Iris Groß
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Kommunikation
Für das Fach Technische Mechanik 1 werden unüberwachte Take-Home-Testate eingesetzt, bei denen Täuschungsversuche mit KI-Chatbots nicht kontrollierbar sind. Daher wurde untersucht, wie gut gängige Chatbots bestehende Aufgaben lösen können. Dazu wurden verschiedene Aufgaben mit in verschiedenen Formen an unterschiedliche LLM-Modelle gegeben und die generierten Lösungen überprüft und analysiert. Die Auswertung zeigt, dass aktuelle Chatbots deutlich schlechter abschneiden als durchschnittliche Studierende.
Insbesondere beim Auswerten von Abbildungen, abstrakten Darstellungen und handgezeichneten Skizzen zeigen sich die Schwächen der Chatbots. Aus diesen leiten sich Strategien ab, um Aufgaben robuster gegen Täuschungsversuche zu machen: weniger abstrahierte Standardaufgaben sondern lebensnahe Aufgaben, vermehrter Einsatz handgezeichneter und weniger standardisierter Abbildungen
Anschließend an die Lightningtalks ist ein Austausch eingeplant.
Haus zur Lieben Hand
Vorträge
Iterative Entwicklung datengestützer Prüfungsanalysen: Ein Praxisbericht zur Integration von Assessment Analytics in Dynexite
Martin Breuer, Annabell Schwarz, Malte Persike, Ulrik Schroeder
RWTH Aachen University
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über einen mehrjährigen iterativen Entwicklungsprozess zur Erstellung von Assessment Analytics-Komponenten am Beispiel des E-Prüfungssystems Dynexite. Mithilfe des xAPI-Standards wurde Dynexite an die zentrale Learning Analytics-Infrastruktur POLARIS3 angebunden. Die Anzeige der Analyseergebnisse erfolgt über interoperable Web Components, die sich nahtlos in die bestehende Dynexite-Oberfläche einfügen. In einer Fragebogenstudie wurden aktuelle Praktiken und Informationsbedarfe der
Prüfenden erhoben, um die Auswahl und Priorisierung von Assessment Analytics-Indikatoren zu steuern. Der anschließende Entwicklungsprozess umfasst Wireframes zur Stakeholder-Abstimmung, einen Dashboard-Entwurf für frühe Feedbackphasen sowie ein funktionsfähiges Pilotartefakt, das mit Prüfenden erprobt und weiterentwickelt wurde.
Unendliche Lernvarianten: Formative Assessments mit Python-Parametrisierung und Korrekturdiensten in Dynexite
Thomas Deckers, Oskar Schnappauf, Hannah Schweizer, Marco Stawinoga
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Die Umsetzung formativer Assessments mithilfe von parametrisierten Aufgaben und automatisiertem Feedback scheint ein vielversprechender Ansatz für die Lehrentwicklung an der Schnittstelle von Didaktik und Technik zu sein. An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg wurden deshalb in einem gemeinsamen Projekt des E-Assessment-Teams mit zwei Dozierenden (Bereiche Wirtschaftsstatistik und Humangenetik) formative Assessment-Konzepte in Dynexite umgesetzt und erprobt. Ziel des Projekts ist es, Dynexite und seine fortgeschrittenen Funktionen wie die Aufgabenparametrisierung und Korrekturdienste im Rahmen eines konkreten didaktischen Szenarios zu erproben und nutzbar zu machen. Dabei soll der Lernprozess der Studierenden durch die Bereitstellung von Self-Assessment-Übungen unterstützt werden und die Lehrenden Feedback zum Wissensstand der Studierenden erhalten. Die Assessments kamen im WiSe 2025/26 zum Einsatz und wurden durch Studierendenbefragungen evaluiert. Der Vortrag stellt das Projektkonzept, die Umsetzung und die Ergebnisse der Evaluation vor.
Peterhof HS 1
Workshops
15:00 - 16:00 Uhr
Lehrenden eine selbstständige Durchführung von E-Klausuren ermöglichen
Stefan van den Kroonenberg, Samantha Link
Universitätsbibliothek Tübingen
Für eine skalierbare und kostengünstige Durchführung von E-Klausuren ist nicht nur die (hardwareseitige) Abhängigkeit von Leihgeräten (Poolräume, Laptops) durch BYOD zu reduzieren, sondern auch eine (softwareseitige) Abhängigkeit von Präsenzsupport während Prüfungen. Bei der Softwarelösung ILIAS steht letzterem eine hohe Komplexität bei der Bedienung des Testobjekts und bei der Täuschungsprävention entgegen, was insbesondere technisch unbedarfte Lehrende in der Stresssituation einer Prüfung überfordert („Wann muss ich was machen und wo finde ich das?“). Im Rahmen dieses Workshops wollen wir zunächst erarbeiten, inwieweit andere Prüfungssoftware von diesem Problem betroffen sind und anhand eines Entwurfs für ein ILIAS-Plugin “Prüfungsassistent” diskutieren, wie eine mögliche Lösung aussehen könnte.
16:30 Uhr
Peterhofkeller
Vorträge
Institutionalisierung eines hochschulinternen E-Assessment-Systems: Das YAPS-Konzept
Johann Mellin
TU-Hamburg, Arbeitsstelle MINTFIT Hamburg
YAPS ist ein an der TU Hamburg entwickeltes E-Assessment-System zur Durchführung sicherer digitaler Prüfungen im Präsenz- und Remote-Format. Es integriert verschiedene Aufgabentypen und externe Systeme in eine einheitliche Prüfungsumgebung und wird durch ein mobiles Testcenter mit zentral verwalteten Laptops unterstützt. Seit 2019 wurden über 21.000 YAPS Prüfungen durchgeführt. Die containerisierte Architektur, ein eigener Prüfungsbrowser und YAPS OS gewährleisten Datensicherheit und Täuschungsschutz. Gleichzeitig entstehen institutionelle Anforderungen: kontinuierliche Softwarepflege, technische Betreuung, Schulungen für Lehrende sowie Investitionen in Hardware und
Personalstrukturen.
Kooperative Prüfungsprozesse durch Reorganisation in Fachbereiche
Dr. Moritz Brünger
Stabsstelle für Digitalisierung und Wissensmanagement, Hochschule Hamm-Lippstadt
An der Hochschule Hamm-Lippstadt wird ein zentrales e-Prüfungssystem im Regelbetrieb eingesetzt, dass aufgrund der fächerübergreifenden Departmentorganisation geteilte zentrale und dezentrale Verantwortlichkeiten bei Prüfungsprozessen berücksichtigt. Im Rahmen der anstehenden Reorganisation der Hochschule in neue Fachbereiche sollen gleichermaßen kooperative Prüfungsprozesse, geteilte fachliche Zugehörigkeit und fachbereichsbezogene Autonomie berücksichtigt werden. Die zentrale e-Prüfungskoordination soll in dieser Transformation die sich verändernden Rollen innerhalb der Fachbereiche und der zentralen Verwaltung prüfungsdidaktisch begleiten. Im Sinne einer Weiterentwicklungsmöglichkeit entstehen in der Prüfungssoftware Dynexite von Fachbereichen autonom organisierbare Instanzen, die es aus ermöglichungsdidaktischer Sicht zulassen, e-Prüfungsprozesse kooperativer zu gestalten, um fachliche Kompetenzorientierung und Selbstorganisation zu fördern.
Sichere E-Prüfung mit KI und Drittapplikationen auf BYOD
Prof. Dr. Ronny Standtke, Merima Kestic, Simon Kaspar
Berner Fachhochschule BFH, Institut digitale Bau- & Holzwirtschaft / Fachhochschule
Nordwestschweiz FHNW
An der Berner Fachhochschule (BFH) werden sichere E‑Prüfungen durchgeführt, in denen Studierende künstliche Intelligenz (KI) und Drittapplikationen auf ihren eigenen Geräten (BYOD) nutzen können. Die im Unterricht erworbenen Kompetenzen im Umgang mit KI und digitalen Werkzeugen lassen sich so in einer kontrollierten Prüfungsumgebung anwenden. Über die Prüfungsplattform CAMPLA können Dozierende standardisierte virtuelle Prüfungscomputer, bei Bedarf mit GPU‑Unterstützung, bereitstellen.
Haus zur Lieben Hand
Vorträge
KI-integrierende Prüfungen rechtssicher gestalten
Elisabeth Lampart, Nataliya Lyublinska, Maximilian Spehn
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), bwDigiRecht
Der Vortrag beleuchtet, wie Hochschulen den Einsatz von KI in Prüfungen rechtssicher gestalten können. Er erläutert die relevanten rechtlichen Grundlagen und zeigt auf, welche Bedeutung der Prüfungsordnung zukommt, insbesondere im Hinblick darauf, in welchem Umfang Lehrende KI-integrierende Prüfungsformate vorgeben dürfen. Zudem wird diskutiert, ob Studierende zur Nutzung bestimmter KI-Systeme verpflichtet werden können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich KI auf die Integrität von Prüfungsleistungen auswirkt und welche Anforderungen an die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte durch Studierende bestehen. Darüber hinaus thematisiert der Vortrag die Sicherstellung von Chancengleichheit beim Einsatz von KI sowie die rechtliche Einordnung technischer Störungen. Abschließend werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen, wie KI bereits sinnvoll in Prüfungsformate integriert wird
Digitale Prüfungsaufsicht mit SMOWL CM
Fabian Jasper-Möller
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Rektorat/Ressort Bildung
Digitalisierung und Entwicklung generativer KI stellen Hochschulen vor die Herausforderung, Prüfungen so zu gestalten, dass sie individuelle Kompetenzentwicklung weiterhin verlässlich abbilden. Da klassische Sicherungsmaßnahmen in digitalen Prüfungsformaten oft an Grenzen stoßen, greifen Hochschulen auch auf digitale Lösungen wie Lockdownbrowser oder Proctoring-Systeme zurück. Die ZHAW nutzt für digitale Vor-Ort-Prüfungen in Moodle die Anwendung SMOWL Computer Monitoring (SMOWL CM), die während einer Prüfung mithilfe von Screenshots und Logs relevante Computeraktivitäten der Studierenden dokumentiert. SMOWL CM ist besonders resilient und niedrigschwellig in Prüfungsszenarien, bei denen der Einsatz digitaler Ressourcen oder Drittapplikationen vorgesehen ist. Es ergänzt insofern bestehende Lösungen im Sinne einer verhältnismäßigen und zukunftsorientierten digitalen Prüfungspraxis. Der Lightning Talk erläutert die Funktionsweise von SMOWL CM und präsentiert erste Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung.
Flexibilisierung von E-Prüfungsterminen: Prüfung On Demand an der TU Darmstadt
Thomas Lüdecke
TU Darmstadt, Hochschuldidaktische Arbeitsstelle, Arbeitsbereich
E-Learning
Feste Prüfungstermine an der TU Darmstadt stellen für Studierende häufig eine Herausforderung dar, etwa durch Betreuungspflichten, berufliche Gründe oder eng getaktete Prüfungsphasen. Das Projekt „Prüfung On Demand“ soll hier Abhilfe schaffen und orientiert sich an langjährig bewährten Konzepten finnischer Hochschulen. In einem eigens eingerichteten Prüfungsraum mit zehn Plätzen können E-Prüfungen mithilfe des Safe Exam Browsers ohne Aufsichtspersonal vor Ort während der gesamten Öffnungszeiten der Universität absolviert werden. Der Zutritt erfolgt über eine zeitlich begrenzte PIN, die Identitätsprüfung per Ausweisscan und Frontalaufnahme. Die Überwachung geschieht audiovisuell. Eine Pilotphase im Wintersemester 2024/25 zeigte eine hohe Akzeptanz und zunehmende Nutzung. Besonders geschätzt wurden die flexible Terminwahl und die ruhige Prüfungsatmosphäre. Eine Ausweitung des Angebots ist geplant.
18:30 Uhr
Peterhofkeller
"Die Geschichte der digitalen Prüfungen an der Universität Freiburg"
Sven Slotosch
Sven Slotosch ist 2012 an die Universität Freiburg gekommen und nach vielen Jahren im Projektgeschäft mittlerweile „Beauftragter für digitale Prüfungen der Universität Freiburg“. Zusammen mit dem Projekt bwLehrpool und vielen helfenden Händen aus der Abteilung E-Learning, dem Rechenzentrum und dem Rest der Universität Freiburg hat er den E-Klausuren-Service aufgebaut und verstetigt. In einem früheren Leben war er einmal in der Fragenredaktion des TV-Formates "Quiz Taxi" tätig, was durchaus Vorteile hat, wenn man Lehrenden erklärt, wie (gute) Fragen geschrieben werden können.

Seit über 14 Jahren werden an der Universität Freiburg digitale Prüfungen geschrieben. Als kleines Projekt angefangen werden mittlerweile pro Semester fast 10.000 Studierendenprüfungen geschrieben. Der „Beauftragte für digitale Prüfungen der Universität Freiburg“ nimmt Sie mit auf eine kurze Reise durch die Höhen und Tiefen, Irrungen und Wirrungen und über die nicht immer ganz geraden Wege, die dazu geführt haben, dass die digitalen Prüfungen in Freiburg inzwischen kaum mehr wegzudenken sind.
mit Imbiss
Mittwoch, 20. Mai 2026
08:30 Uhr
Peterhofkeller
Ankommen / Kaffee
09:00 Uhr
Peterhofkeller
Vorträge
Papier war gestern: Automatisierung von digitalen Prüfungsprozessen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Kathleen Aermes
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Die Digitalisierung hat im Bereich digitaler Prüfungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in den vergangenen Semestern einen großen Schritt nach vorn geschafft. Von der
Beantragung digitaler Prüfungsräume (in Moodle) bis hin zur Archivierung der
Prüfungsleistungen nutzen wir vorhandene Systeme und konnten so den Prozess nicht nur vereinheitlichen und transparenter gestalten, sondern auch nahezu vollständig digitalisieren.
Am Beispiel von Moodle erfahren Sie, wie Ticketsystem und LMS in Symbiose genutzt werden, um Prüfungsräume, die inhaltlich bereits mit den wichtigsten Informationen und Aktivitäten
ausgestattet sind, automatisiert zu erstellen und gleichzeitig die Kundenkommunikation über
das Ticketsystem zu übernehmen. Absolvierte Prüfungsleistungen werden dann im Rahmen unseres Lifecycle-Prozesses ebenfalls automatisiert archiviert und ins Dokumentenmanagementsystem übertragen.
NextGen Organisation von E-Klausuren mit ExamControl
Spyros Abatielos, Dr. Jens Leimann, Kai Schwedes, Jeroen van Kempen
Universität Bremen, ZMML – Zentrum für Multimedia in der Lehre
Das webbasierte System ExamControl dient der Organisation von E-Prüfungen mit vielen Terminen, Räumen, Prüfungsformaten und Stakeholdern. Es sorgt dafür, dass alle Informationen und der Status der Prüfungen für die Prüfungsverantwortlichen und das
Supportteam jederzeit transparent bleiben. Neben Terminplanung und Ablaufkontrolle bietet es weitere Funktionen wie den geschützten Dateiaustausch, ein Benachrichtigungssystem,
Prüfungsstatistiken sowie Schnittstellen zu Prüfungs- und Ticketsystemen für automatisierte Kennzahlenerhebung und konsistente Kommunikation. ExamControl ist in vielen Bereichen
konfigurierbar (z.B. Modellierung von Prüfungsszenarien) und könnte auch an anderen Standorten eingesetzt werden. Im Vortrag wird ExamControl vorgestellt und sein Einsatz am Beispiel der Universität Bremen demonstriert.
Die digitalisierte Abgabe von Abschlussarbeiten als interative Lösung mit den „Innovationstreibern“ Prüfungsamt und Bibliothek
Silke Kirberg
Hochschule Niederrhein
Innovationen im Prüfungsgeschehen können durch Lehrende, prüfungsdidaktische Impulse aus dem Third Space oder neue digitale Möglichkeiten wie KI entstehen – oder mit anderen Stakeholdern am Prüfungsprozess. In iterativen Diskussionen und der Formulierung von ‚Userstories‘ mit dem Prüfungsamt und der Bibliothek wird die Qualität der Prüfungsplattform immer wieder ausgebaut. Das Symposium bietet die Chance etablierte Vorgehensweisen und neue Ideen für den Wandel miteinander abzugleichen und das Desiderat für die Zukunft mitzunehmen.
Haus zur Lieben Hand
Vorträge
„KI-robuste“ Prüfungen: Ein Schritt zurück für einen Weg nach vorn
Julia Becker, Nadine Lordick
Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Wissenschaftsdidaktik/ KI:edu.nrw
Prüfungen können „KI-robust(er)“ gestaltet werden, selbst die klassischen schriftlichen Prüfungen. Wir stellen einen mehrschrittigen Prozess für die Überprüfung der Lernziele und Prüfung vor. Denn in Prüfungen bewerten wir die Fähigkeit der Studierenden, wissenschaftlich zu handeln. Hier gilt es zu hinterfragen: Was heißt das genau? Beurteilen wir das Ergebnis, den Lernzuwachs oder den Prozess? Was genau sollen die Studierenden in einer Prüfung leisten? Welche Rolle spielen Hilfsmittel dabei? Und wie steht es um das Verhältnis von Kontrolle zu Vertrauen? Diese und weitere Fragen greifen wir im Vortrag auf und betten sie ein in die Diskussion um die Nutzung von generativen Technologien. So zeigen wir auf, wie Prüfungen trotz „KI“ so gestaltet werden können, dass sie die Herrschafts- und Sozialisierungs- bzw. Rekrutierungsfunktionen erfüllen.
Rubrikbasierte automatisierte Vorbewertung mit Open-Source-LLMs in Prüfungsprozessen
Tim Metzler, Jörn Hees, Paul G. Plöger
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Institut für KI und Autonome Systeme (A2S) / Fachbereich Informatik
Da KI-Modelle immer leistungsfähiger werden, liegt der Einsatz zur Unterstützung bei der Bewertung von Prüfungen nahe. Aufgrund der komplexen Rechtslage bietet sich der Einsatz lokal betriebener Modelle an, sodass alle Daten in der Hochschule verbleiben. Vor diesem Hintergrund präsentieren wir eine Work-in-Progress-Studie zur DSGVO-konformen Vorbewertung studentischer Kurzantworten mithilfe lokal betreibbarer LLMs wie DeepSeek R1, GPT-OSS und Qwen. Die Datengrundlage besteht aus anonymisierten Datenspenden mehrerer Master- und Bachelorklausuren in deutscher und englischer Sprache. Bewertet wird anhand von Lehrenden erstellter Rubriken, die Inhalt, Kriterien und Punktvergabe nachvollziehbar festlegen. Die abschließende Bewertung liegt vollständig beim Menschen. Ziel ist es, Potenziale und Grenzen lokaler LLMs für eine entlastende Prüfungsunterstützung aufzuzeigen. Ergänzend entwickeln wir eine lokale Pregrading-API, die perspektivisch in LMS und Prüfungssysteme integrierbar ist.
Assessment auf allen Ebenen. Orientierung für Lehrende im e-Didaktischen Nachschlagewerk EDIN der TU Wien
Maria Dorfer, Gottfried Csanyi
TU Wien, Digital Teaching and Learning
Anderson et.al. [1] unterscheiden 209 Typen von kognitiven Lernergebnissen. Diese in ihrer Unterschiedlichkeit zu verstehen und in valide Prüfungsfragen bzw. -aufgaben umzuwandeln, fällt vielen Lehrenden nicht leicht. Kurze, prägnante Beschreibungen und konkrete Beispiele für jeden Typ erleichtern die Einordnung. Das Projekt „Assessment auf allen Ebenen“ befindet sich derzeit in Fertigstellung (als Teil des „E-Didaktischen Nachschlagewerks“ der TU Wien).
Peterhof HS 3
Workshop
10:00 - 11:30 Uhr
Drei Tische, eine Vision: Digitale Prüfungen fair, flexibel und fundiert gestalten
Andrea Klein, Anja Löwe, Kenji Nishino
Universität zu Köln, Prorektorat Lehre und Studium,
CompetenceCenter E-Learning
Digitale Prüfungen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Standardisierung und notwendiger Flexibilität. In unserem World Café werden drei komplementäre Perspektiven diskutiert: (1) die Entwicklung und Realisierung von Prüfungsvorhaben und Szenariowünschen, (2) die Rollen, Zuständigkeiten und Kompetenzen von Lehrenden und Prüfungsteams sowie (3) die Gestaltung fairer, inklusiver und gut verständlicher Prüfungen aus Sicht der Studierenden und die dafür notwendige Unterstützung der Lehrenden. An den Themenstationen erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam Herausforderungen, Lösungsansätze und Entwicklungsbedarfe. Ziel ist es, Good Practices sichtbar zu machen, Entscheidungs- und Prozesslogiken zu reflektieren und praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung digitaler Prüfungsprozesse zu formulieren. Abschließend werden die Ergebnisse visualisiert und gemeinsam verdichtet.
10:30 Uhr
Peterhofkeller
Kaffeepause
11:00 Uhr
Peterhofkeller
Lightning Talks
Bring-Your-Own-Device-Prüfungen in großen Kohorten
Svenja Böhn, Alenxander Holzer, Melanie Klinger
Universität Mannheim, Zentrum für Lehren und Lernen
Dieser Beitrag widmet sich der praktischen Umsetzung von Bring-Your-Own-Device-Prüfung in großen Kohorten. Hierfür teilen wir unsere Erfahrungswerte aus der Umsetzung einer Grundlagenprüfung mit 1.200 Studierenden und einer Prüfungsdauer von 120 Minuten. Die Größe und Länge dieser Prüfung fordert unsere Infrastruktur heraus, insbesondere im Hinblick auf Räume, Strom, Aufsichten und Prüfungsplattform. Wir beleuchten die Herausforderungen der Planung, Organisation und Durchführung einer solch großen Prüfung aus Perspektive der unterstützenden Service-Einrichtungen: Zentrum für Lehren und Lernen, Prüfungskoordination und Universitäts-IT.
Erfahrungsaustausch zu Chancen und Herausforderungen beim Neu-/Umbau von E-Assessment-Centern
Florian Fischer, Peter Bliß, Benja Rathjens
Universität Potsdam, Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (ZfQ), Zentrum für IT- und Medienmanagement (ZIM), e-Assessment
Angesichts von KI und Post-Pandemie-Bedarfen gewinnen rechtssichere Präsenz-E-Prüfungen an Bedeutung. Die Universität Potsdam begegnet diesem Trend mit dem Ausbau ihrer Kapazitäten: Neben der Umgestaltung bestehender Pools am Campus Griebnitzsee ist ein spezialisierter Neubau am Campus Brauhausberg für ca. 120 Plätze geplant. Da Prozessdokumentationen zu Bau und Technik oft wenig detailreich sind, fokussiert dieser Lightning Talk den Austausch über praktische Fallstricke und Chancen. Im Rahmen des Beitrags sollen Erfahrungen zu den Kernaspekten Technik, Didaktik und Organisation aus der Community gesammelt werden. Ziel ist es, Wissen über Um- und Neubauvorhaben hochschulübergreifend zu vernetzen, um die Qualität von E-Assessment-Centern nachhaltig zu steigern und künftige Planungsprozesse durch kollektive Expertise zu unterstützen.
Digitale Vor-Ort-Prüfungen im Wandel: Bring-Your-Own-Device und PC-Labore im Praxistest
Sabine Hoffmann
Hochschule Niederrhein, Team digitaLe
Der Werkstattbericht stellt aktuelle Entwicklungen digitaler Vor-Ort-Prüfungen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Niederrhein vor. Anhand von Bring-Your-Own- Device-Prüfungen (BYOD) und PC-Laborprüfungen wird gezeigt, wie große Kohorten fair, stabil und effizient geprüft werden können. Der Beitrag umfasst Daten zum Prüfungsvolumen und zu Prüfungsanlässen sowie Maßnahmen zur Prüfungssicherheit, zur Unterstützung der Studierenden und zur Qualitätssicherung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kombination beider Formate: BYOD als flexibles, ressourcenschonendes Setting und PC-Labore als sicherheitsorientierte Alternative.
Das E-Portfolio als Instrument einer neuen Prüfungskultur: Ein Konzept aus der School of Medieval and Neo-Latin Studies
Dorthe Hutz-Nierhoff
Universität Freiburg, Rechenzentrum / Abteilung E-Learning
Das E-Portfolio im Zertifikatsprogramm der School of Medieval and Neo‑Latin Studies (https://mnlatin.org/) steht exemplarisch für den Wandel hin zu einer lernprozess‑ und reflexionsorientierten Prüfungskultur. Es dient nicht der Benotung, sondern der kontinuierlichen Dokumentation und Selbstreflexion individueller Lernwege. Ziel ist es, Studierende darin zu unterstützen, den eigenen Lernfortschritt sichtbar zu machen und langfristig eine kompetenzorientierte Struktur des Programms mitzugestalten. Die Beurteilung erfolgt formativ anhand transparenter Kriterien wie Vollständigkeit, Reflexionstiefe, Qualität und Kohärenz. Der Beitrag stellt das Konzept, die Struktur und die technische Umsetzung auf der ILIAS‑Plattform vor und skizziert Perspektiven für die weitere Erprobung in Lehre und Bewertung.
Zentrale Infrastruktur für E-Prüfungen mit großen Kohorten vs. flexible Lösungen mit BYOD und Moodle. Erfahrungen aus einem zentralen Unterstützungsbereich
Nicole Bertram, Jan Felix Trettow
Universität Bielefeld, Bielefelder IT-Servicezentrum (BITS)
Vor dem Hintergrund des Aufbaus einer neuen medizinischen Fakultät, zunehmender Raumknappheit aufgrund umfassender Sanierungsarbeiten und einer Pandemie, die tiefgehende Veränderungen in den universitären Alltag brachte, wurde an der Universität Bielefeld an der Einführung von E-Prüfungen für große Prüfungskohorten gearbeitet. Aufgrund der Sanierung und der zahlreichen Bauvorhaben war die Einrichtung eines zusätzlichen Prüfungszentrums nicht möglich und daher wurde eine E-Prüfungs-Lösung mit zentral verwalteten iPads angestrebt. Zusätzlich wurde während der Pandemie für E-Prüfungen aus der Ferne eine Zwischenlösung mit einer separaten Moodle-Instanz entwickelt. Beide Lösungen werden heute produktiv an der Universität Bielefeld eingesetzt und weiterentwickelt. Sowohl bei der ursprünglichen Planung, der Umsetzung der Systeme sowie im aktuellen Betrieb konnten wir im zentralen Unterstützungsbereich viele wertvolle Erfahrungen machen.
BookIt – ein Buchungstool in Moodle für Prüfungen und mehr
Denise Materna-Stuttkewitz; Philipp Dorok
Technische Universität Dortmund, ITMC; Ruhr-Universität Bochum, IT.SERVICES
Mit der Etablierung digitaler Prüfungen an Hochschulen zeigt sich der Bedarf nach einem Buchungstool, das es IT-Services ermöglicht, den Buchungsprozess rund um digitale Präsenzprüfungen zwar standardisiert aber gleichzeitig auch flexibel zu managen. Im Vortrag wird das weitgehend entwickelte Moodle-Plugin BookIt vorgestellt. Als (Prüfungs-)Buchungstool umfasst BookIt das Basismodul “Kalender” sowie weitere optionale Module für Checklisten, Ressourcenplanung und Kooperationsmöglichkeiten. BookIt unterstützt zunächst die IT-Services bei der Termin- und Raumplanung. Zum anderen wird BookIt Lehrenden eine benutzerfreundliche Prüfungsterminbuchung sowie eine strukturierte Prüfungsvorbereitung ermöglichen. Durch flexible Konfigurationsoptionen und das standardisierte Moodle-Format eignet sich BookIt für viele Hochschulen als (Prüfungs-)Buchungstool. Seit 2024 wird das Open-Source- Plugin als gemeinschaftliche Initiative mehrerer Hochschulen im Rahmen der BookIt-AG entwickelt.
Anschließend an die Lightningtalks ist ein Austausch eingeplant.
Haus zur Lieben Hand
Vorträge
Infrastrukturentscheidungen: Chromebooks oder BYOD?
Sigmar Papendick
Universität Konstanz
Mit steigender Nachfrage nach e-Prüfungen stellen sich Entscheidungen zu Endgeräte-Infrastrukturen für Prüfungen oft neu: Funktionieren die bisherigen Lösungen auch für große Prüfungen in hoher Anzahl? Angesichts erheblicher Investitionskosten in zusätzliche Chromebooks sind “Bring your own device”-Lösungen (BYOD) interessant, da hier der Beschaffungs- und Bereitstellungsaufwand deutlich geringer erscheint. Dieser Vortrag beschreibt die Entscheidungssituation aus der Perspektive der Universität Konstanz mit ihren spezifischen Rahmenbedingungen und Bedürfnissen. Er vergleicht Chromebook- und BYOD-
Klausuren hinsichtlich Skalierbarkeit und Sicherheit, berücksichtigt die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten von der Vorbereitung bis zur Durchführung und die jeweiligen Investitions- und Supportkosten.
KI in der kompetenzorientierten Prüfungsgestaltung – Erfahrungen aus einem Pilotseminar für den inklusiv-digitalen Unterricht
Yvonne Friederich, Martin K.W. Schweer
Universität Vechta, AB Pädagogische Psychologie
Die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) werden für schulische Einsatzszenarien bislang kaum systematisch genutzt, was unter anderem auf bestehende Unsicherheiten im Umgang mit KI zurückgeführt werden kann, die sich bereits bei angehenden Lehrkräften zeigen. Vor diesem Hintergrund wurde an der Universität Vechta ein bestehendes Modul um den Einsatz von KI im inklusiv-digitalen Unterricht erweitert, indem KI gleichermaßen als Lerngegenstand und als didaktisches Werkzeug adressiert wird, so etwa im Zuge der Planung eines eigenen Unterrichtsvorhabens und der Erstellung differenzierender Lehr-Lern-Materialien. Im Fokus des Vortrags stehen neben Grundfragen der Lehrveranstaltungskonzeption die Umsetzung des KI-Einsatzes im Rahmen einer praxisorientierten Prüfungsleistung, die anhand ausgewählter Praxisbeispiele vorgestellt wird. Die sich hieraus ergebenden Implikationen für die Weiterentwicklung praxisorientierter Lehr- und Prüfungsformate werden abschließend diskutiert.
Zwischen Hype und Hochschulrealität – KI im Prüfungsalltag anhand eines Praxisbeispiels an der Hochschule München
Ludwig Gierstl, Cornelius Weiß
Kompetenzzentrum Digitales Prüfen, Co-Leitung Stabsabteilung Innovative Lehre
Der Beitrag des Kompetenzzentrums Digitales Prüfen zeigt anhand eines Pilotprojekts an der Hochschule München, wie generative KI technisch, didaktisch und organisatorisch erfolgreich in digitale Prüfungen integriert werden kann. Im Rahmen der abgesicherten Prüfungsumgebung des Automatisierungsframeworks EXaHM wurde eine Möglichkeit zur kontrollierten Einbindung eines generativen KI-Werkzeuges geschaffen, welche die Anforderungen an Datenschutz und Prüfungsrecht erfüllt und so kompetenz- und zukunftsorientiertes Prüfen durch den Einsatz der üblichen professionellen Methodiken und Tools ermöglicht.
Studierende nutzten das KI-Werkzeug in einer summativen digitalen Prüfung (Simulation mechatronischer Systeme), um ihre ingenieursmäßige Problemlösungskompetenz nachzuweisen. Ergebnis dieses Pilotprojekts: KI-gestützte Prüfungen sind umsetzbar und didaktisch sinnvoll, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die größte Chance liegt darin, den kritischen Umgang mit KI als neue Kompetenz zu etablieren und praxisnahe Szenarien abzubilden.
Peterhof HS 1
Workshop
11:00 - 12:30 Uhr
Qualitätssicherung von elektronischen Multiple-Choice-Prüfungen: Bessere Fragen – gerechtere Noten
Elisabeth Schaper
Die Teilnehmendenanzahl ist limitiert. Möchten Sie an diesem Workshop teilnehmen, bitten wir um Anmeldung unter eps2026@rz.uni-freiburg.de
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Zentrum für Lehre
Elektronische Multiple-Choice-Prüfungen haben sich als Prüfungsformat an vielen Hochschulen etabliert. Aufgrund ihrer Durchführungsbedingungen zeichnen sie sich durch eine hohe Objektivität aus. Um darüber hinaus ihre Reliabilität und Validität sicherzustellen, hilft eine Etablierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen. Im Workshop werden verschiedene Aspekte betrachtet, die einen Beitrag zur Prüfungs- und Fragenqualität leisten. Neben der Vorstellung von Review-Prozessen und der Verwendung von Blueprints werden das Erstellen, die Begutachtung und die Analyse von Items trainiert. Die Teilnehmenden erhalten mit diesem Workshop praxisorientierte Werkzeuge zur Qualitätssicherung elektronischer Prüfungen mit Multiple-Choice-Fragen.
12:30 Uhr
Peterhofkeller
Mittagsimbiss
13:30 Uhr
Peterhofkeller
Vorträge
Wie Prüfungen mit KI künftig aussehen könnten - Design Thinking Labs mit Studierenden und Lehrenden
Lea-Sophie Natter, Dr. Lea Bönisch
Hochschule Niederrhein, Ressort für Studium und Lehre, Team digitaLe
Generative Künstliche Intelligenz (KI) transformiert die Hochschullehre und stellt damit auch Prüfungsprozesse vor neue Herausforderungen. Um Studierende auf diese Entwicklungen vorzubereiten und deren Perspektive einzubeziehen, wurden an der Hochschule Niederrhein zwei Design Thinking Labs „Prüfen mit KI“ durchgeführt – eines mit Studierenden, eines mit Lehrenden. Im Studierenden-Lab formulierten die Teilnehmenden mithilfe des Design Thinkings klare Erwartungen: KI solle in alle Prüfungsformate integriert werden, wobei projektorientierte Prüfungen besonders relevant erscheinen. Das Lehrenden-Lab nutzt die Persona-Methode, um eine empathische Perspektivübernahme in die Studierendensicht zu ermöglichen und ebenfalls Erwartungen an zukünftige Prüfungen mit KI zu formulieren. Die Erkenntnisse liefern wertvolle Impulse für die (didaktische) Weiterentwicklung KI-integrierter Prüfungsformate und tragen zum Wandel der Prüfungskultur bei.
KI-Exam: Automatisierte Erkennung ähnlicher Prüfungsantworten und Vergleich mit der Musterlösung
Benedikt Severin, Kevin Nagel
Universität Duisburg-Essen, mmb Institut GmbH, TamedAI GmbH
In den Prüfungen der Aus- und Fortbildung kommen auch Freitextaufgaben zum Einsatz,
deren Korrektur jedoch aufwendig ist. Außerdem kann die sprachliche Varianz dazu führen, dass Bewertungen inkonsistent ausfallen. Das vom BMFTR geförderte Projekt KI-Exam erforscht, wie Künstliche Intelligenz (KI) dabei helfen kann, solche Aufgaben in technischen Berufen zu korrigieren. Das System KI-Exam führt eine automatisierte Vorsortierung von Prüfungsantworten nach Ähnlichkeit durch, um Prüfende zu entlasten, indem es ihnen
ermöglicht, inhaltlich ähnliche Antworten zusammen zu korrigieren. Die Antworten werden zudem mit den Musterlösungen verglichen, wobei auch ein Ähnlichkeitsmaß ermittelt wird. Das System wie auch die technische Umsetzung werden Inhalt des Vortrags sein. Weiterhin werden erste Validierungsergebnisse vorgestellt
Prüfungen mit dem Digital Twin des Professors? Wie mündliche Prüfungen für Großkohorten skaliert werden können…
Matthias Baume
Technische Universität München, ProLehre | Medien und Didaktik
Das Konzept des persönlichen digitalen Zwillings von Lehrenden birgt mächtige Potenziale, aber auch Gefahren für den Lehr- und Prüfungsbetrieb an Hochschulen. Der „Professional Teaching Digital Twin“ könnte zukünftig nicht nur zu vollkommen neuartigen didaktischen Ansätzen, sondern auch zu erweiterten traditionellen Prüfungsformen führen. Der Vortrag stellt Grundlagen und Einsatzszenarien für Digital Twins – insbesondere für den Bereich der Prüfungen - vor, zeigt aber auch mit Hilfe praktischer Vorführungen die Möglichkeiten und Grenzen der aktuellen Entwicklungen auf. Ein Ausblick rundet den Vortrag ab
Haus zur Lieben Hand
Vorträge
„Smart Summaries? Wie KI das Schreiben, Lernen und Bewerten im Sprachunterricht transformiert“
Anja Häusler, Heike Mersmann-Hoffmann
Professional School of Education, Ruhr-Universität Bochum / Sprachenzentrum, Universität Münster
Generative KI verändert, wie Studierende im Fremdsprachenunterricht Texte verstehen, verdichten und überarbeiten. Besonders die Textsorte Zusammenfassung steht im Mittelpunkt, da sie zentral für akademisches Arbeiten und Prüfungsvorbereitung ist und zunehmend mit Tools wie ChatGPT oder DeepL Write erstellt wird. Auf Basis einer dreisemestrigen Trendstudie mit über 200 Studierenden untersuchen wir, wie Lernende KI im Schreibprozess nutzen und welche Rolle KI-basiertes Feedback spielt. Wir stellen zudem erprobte Lernmaterialien, Prompt-Designs und Bewertungskriterien vor, die einen reflektierten Umgang mit KI fördern. Der Vortrag diskutiert abschließend zentrale Fragen zu Kompetenzerwerb, Bewertungsmaßstäben und didaktischer Einbettung, um Schreib- und Prüfungskulturen im KI- Zeitalter fair und lernförderlich weiterzuentwickeln.
Prüfungsdatensynchronisation zwischen Moodle und HISinOne Campusmanagement
Marc Sauer, Simon Plasger
Universität Siegen, ZIMT
Die Universität Siegen verwendet HISinOne als Campusmanagement. In diesem
System werden alle Veranstaltungen inkl. Prüfungen verwaltet, dazu gehören die
Prüflinge, ihre Ergebnisse (Noten), die Raumverwaltung und vieles mehr. Für E-
Klausuren wird eine gesonderte Moodle-Instanz verwendet. Um die angemeldeten
Studierenden den passenden Prüfungskursen in Moodle zuzuordnen und um die
Prüfungsergebnisse zurückzuschreiben, wird die REST-API von HISinOne verwendet.
Im Beitrag werden die Verwendung und die notwendigen Prozesse dargestellt.
Peterhof HS 2
Vorträge
Digitale Paper&Pencil Aufgaben
Klaus Giebermann
Hochschule Ruhr-West/ Institut Naturwissenschaften
Studierende der Ingenieurwissenschaften haben häufig Schwierigkeiten, mathematische Lösungswege formal korrekt und nachvollziehbar darzustellen. An der Hochschule Ruhr West wurde daher das digitale „Paper & Pencil“-System entwickelt, das handschriftliche Lösungswege mit automatisierter digitaler Bewertung verbindet. Studierende dokumentieren ihren vollständigen Lösungsprozess, der schrittweise überprüft wird. Dabei kennt das System keine Musterlösung, sondern bewertet ausschließlich die Nachvollziehbarkeit der Argumentation. Seit dem Wintersemester 2022/23 wird das System mit über 200 Studierenden im ersten Semester Maschinenbau im Regelbetrieb eingesetzt. Der Beitrag stellt das didaktische und technische Konzept vor, berichtet zentrale Erkenntnisse aus der bisherigen Nutzung im Prüfungs- und Übungsbetrieb und skizziert Perspektiven einer datenbasierten Weiterentwicklung digitaler Prüfungsformate.
Interaktive E-Klausur-Formate zur Prüfung höherer kognitiver Anforderungen: Fallbeispiell ViviAn
Dr. Marc Bastian Rieger, Dr. Gergely Kápolnási, Prof. Dr. Jürgen Roth
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Didaktik der Mathematik (Sekundarstufen) / E-Learning-Einheit Landau
E-Klausuren sind spätestens seit der Pandemie fester Bestandteil der Hochschullehre, können aber an Grenzen stoßen, wenn es um das Prüfen höherer Kompetenzen geht. Der Beitrag fokussiert auf interaktive Inhalte in E-Klausuren als Schlüssel zu praxisnäheren Prüfungen. Am Beispiel des Video-Vignetten-Tools ViviAn, das seit fast zehn Jahren videobasierte Szenarien in E-Klausuren ermöglicht, wird aufgezeigt, wie mit authentischen Fallbeispielen die Diagnose- und Anwendungskompetenz von Studierenden geprüft werden kann. Aktuelle Entwicklungen – insbesondere KI-Werkzeuge wie ChatGPT & Gemini – eröffnen zudem neue Möglichkeiten auch ohne Code-Erfahrung interaktive Werkzeuge zu programmieren, um solche anspruchsvollen Aufgaben deutlich einfacher und schneller zu erstellen. Dadurch wird die Entwicklung von maßgeschneiderten und kompetenzorientierten interaktive E-Prüfungen erheblich erleichtert und in vielen Anwendungsbereichen realistisch.
15:00 - 16:00 Uhr
Peterhofkeller
Verabschiedung und Ausblick auf 2027