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Abstract
Die Eurokrise ist als Überbegriff einer Finanz-, Banken-, Schulden-, Leistungsbilanz- und Vertrauenskrise zu verstehen. Durch sie ließen sich Defizite der Gestaltung der Eurozone und der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU), sowie die erhebliche Macht des Bankensektors erkennen. Da die Krise diese Strukturfehler der Wirtschafts- und Währungsunion aufdeckte, gilt sie als Bewährungsprobe der EU. Denn die gefährdete gemeinsame Währung wird als das wichtigste Integrationsmittel verstanden. In der Analyse wir deutlich, dass die Eurokrise die Werte und Normen, sowie die Institutionen der EU gefährdet. Außerdem stellt sie eine Bedrohung für den gesamtgesellschaftlichen Wohlstand, die Rechtstaatlichkeit und den Minderheitenschutz dar, denn die gefährdeten Institutionen sichern bisher die gewaltfreie Konfliktaustragung und nationale Entwicklungen bedrohen den ökonomischen und sozialen Wohlstand der Minderheiten. Insgesamt ist die Euro-Krise daher als Funktions-, Legitimations- und Systemkrise einzustufen. Obwohl formelle Tendenzen der Integration zu erkennen sind, dominieren informelle Desintegrationsformen, was die Gefahr für den Frieden Europas verdeutlicht. Die EU ist daher gefragt die Strukturfehler, welche die Krise zuließen, durch einen Diskurs über Ursachen und Lösungen, zu beheben.
Dieses e-Learning Modul widmet sich den zentralen Leitfragen inwiefern die Eurokrise als Krisenereignis eine Gefährdung für den Frieden in Europa darstellt und durch welche Handlungsalternativen und durch welche Akteure diesen Gefährdungen entgegengewirkt werden kann. Begriffserklärung können Sie im bereitgestellten Glossar finden.
Keywords: Eurokrise, Euro, EZB, EU, Bankensektor
Einführung
Quelle: https://www.lpb-bw.de/finanzkrise_griechenland.html
"Scheitert der Euro, dann scheitert Europa"[1] .

Mit diesem Satz beschrieb Angela Merkel die Schwere der Krise in welcher Europa sich 2010 befand. Nie zuvor mussten auf internationaler Ebene so viele Kompromisse und Einigungen getroffen werden, um den Erhalt einer gemeinsamen Währung zu sichern. Selten wurden nationale Entscheidungsfreiheiten so sehr durch eine supranationale Organisation beschränkt. Nie hatte die EU einen solchen Einfluss auf die nationale Politik.
Die Eurokrise ist eine multidimensionale Krise. Oft wird sie mit der Banken-, Staatsschulden- und Handelsbilanzkrise synonym verwendet, eigentlich ist sie aber der Oberbegriff dieser drei Auswirkungen der Krise[2] . Viele verstehen sie rein ökonomisch, der öffentliche Diskurs stellt sie eher apolitisch dar, dabei ist die Eurokrise die wohl größte Herausforderung, die die EU seit Anbeginn ihres Bestehens erlebt hat. Die Machtpositionen zwischen den Mitgliedsstaaten sind durch sie noch einmal stark verdeutlicht und weiter ausgebaut worden.












Aufbau des Moduls
Im Folgenden erwartet Sie eine Konfliktanalyse, sowie eine Gefährdungsanalyse der Euro-Krise. Im Rahmen der Konfliktanalyse werden die verschiedenartigen Krisen, welche in der Eurokrise zusammenspielen dargestellt, die beteiligten Institutionen als Konfliktparteien vorgestellt und die Reaktionen der EU auf die Krise als Konfliktaustragungsform analysiert. Die Gefährdungsanalyse bringt Ihnen die Währungsunion und die Wertegemeinschaft als gefährdete Institutionen näher, erläutert die gefährdeten Systemziele der EU und ordnet die Euro-Krise als Legitimations- und Funktionskrise ein.

Zusätzlich finden Sie zwei Vorträge zum Thema der Euro-Krise: Zum einen spricht Joscha Abels über "die Pax Euro", zum anderen thematisiert Dr. George Andreou die Bedrohung des inneren Friedens durch die Euro-Krise. Desweiteren wird die Krise in den Situationswürfel eingeordnet, wobei es sich bei der Eurokrise um eine umstandsbedingten Kirsensituation handelt. Zuletzt erwartet sie dann die Einordnung in das Analyse-Schema nach Senghaas, welches sich mit den Auswirkungen auf den Vergemeinschaftungsgrad auseinandersetzt.
Quellen- & Literaturverzeichnis

[1] Merkel, A. (2010): Scheitert der Euro, dann scheitert Europa. Unter:https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/29826227_kw20_de_stabilisierungsmechanismus/201760. Letzter Zugriff: 20.10.2017.
[2] vgl. Illing, F. (2013) Die Euro-Krise. Analyse der europäischen Strukturkrise. Wiesbaden.


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